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Polarlichter fotografieren: Einstellungen für Handy, iPhone und Kamera

Die Kamera sieht mehr als das Auge. In Deutschland ist Polarlicht oft nur ein blasser Schimmer am Nordhorizont. Ein Foto mit ein paar Sekunden Belichtung zeigt Grün und Rot, wo das Auge Grau sieht. Dafür genügt ein aktuelles Handy; mit Kamera und Stativ wird es ein Bild zum Aufhängen.

Heute: Ruhige Nacht, kein Polarlicht zu erwarten. Kp 2,0 für die Nacht vorhergesagt. Chance für deinen Kreis →

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Mit dem Handy: iPhone und Android

  1. Nachtmodus einschalten (beim iPhone erscheint er im Dunkeln von selbst als gelbes Mondsymbol; antippen und den Regler auf „Max“ ziehen) und die längste Belichtung wählen, die das Handy anbietet (aus der Hand meist 3 bis 10 Sekunden; steht das Handy ruhig, geben viele Geräte 30 Sekunden frei).
  2. Handy anlehnen oder aufstellen. An einen Zaunpfahl, aufs Autodach, in einen Schuh. Aus der Hand verwackelt alles über zwei Sekunden.
  3. Blitz aus, Fokus auf unendlich. Im Pro-Modus den Fokus von Hand ganz nach hinten schieben; sonst auf ein fernes Licht tippen.
  4. Nach Norden halten, Horizont ins untere Drittel. Ein Baum oder ein Dach im Vordergrund macht aus dem Beleg ein Bild.
  5. Selbstauslöser auf 3 Sekunden, damit das Antippen nicht verwackelt.

Mit der Kamera

EinstellungStartwertWarum
ModusM (manuell), RAWDie Automatik belichtet die Nacht zu hell oder gar nicht
Blendeganz offen (f/1,8 bis f/2,8)So viel Licht wie möglich
ISO1600, bei schwachem Licht 3200Darüber rauscht es stärker, als es hilft
Belichtung5 bis 8 s bei bewegtem Licht, bis 15 s bei ruhigem SchimmerLänger verschmiert die Strahlen zu einer Fläche
Fokusmanuell, auf einen hellen Stern in der Lupe scharf stellenDer Autofokus findet nachts nichts
Weißabgleichfest auf etwa 3500 bis 4000 KSonst wechselt die Farbe von Bild zu Bild
Brennweite14 bis 24 mm (Kleinbild)Polarlicht ist breit; der Vordergrund gehört dazu
AuslösenSelbstauslöser 2 s oder Fernauslöser, Bildstabilisator ausAuf dem Stativ arbeitet der Stabilisator gegen dich

Nach dem ersten Bild aufs Histogramm schauen, nicht aufs Display: Das wirkt im Dunkeln immer zu hell. Der Berg soll im linken Drittel liegen, ohne links anzustoßen.

Was du brauchst

Ein Stativ, das nicht nachgibt. Es muss die Kamera mit ausgezogenen Beinen bei Wind ruhig halten; ein Haken für den Rucksack als Gewicht hilft. Zu leichte Reisestative unter einem Kilogramm zittern bei jeder Böe. Ein lichtstarkes Weitwinkel, Festbrennweite 14 bis 24 mm mit f/1,8 bis f/2,8; manuelle Objektive sind hier kein Nachteil und deutlich günstiger. Ersatzakkus, körpernah getragen: Kälte halbiert die Laufzeit. Und rotes Licht, damit du die Einstellungen siehst, ohne dir und anderen die Nachtsicht zu nehmen.

Preise sind Richtwerte vom 20.09.2026 und können sich geändert haben. Kaufst du über einen Werbelink, erhalten wir eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht. Die Auswahl treffen wir selbst, bezahlte Platzierungen gibt es nicht.

Empfehlungen für Stative und Objektive ergänzen wir, sobald wir sie mit einem Fotofachhändler verlinken können.

Wovon wir abraten

Vom Blitz, der nur den Vordergrund weiß brennt. Von ISO 12.800 „zur Sicherheit“; lieber zwei Sekunden länger belichten. Von Filtern aller Art vor dem Objektiv: UV- und Schutzfilter erzeugen bei Polarlicht konzentrische Ringe im Bild. Und davon, die Nacht am Display zu verbringen: drei gute Bilder, dann hochschauen.

Wo und wann

Freier Blick nach Norden, keine Stadt in dieser Richtung, möglichst dunkel: Felder, Seeufer, Küste. In Deutschland lohnt sich der Aufbruch ab Kp 6 bis 7 und klarem Himmel, im Norden früher als im Süden. Die Polarlicht-Vorhersage rechnet das für jeden Kreis stündlich neu, mit Bewölkung und Mond. Dunkle Orte in deiner Nähe findest du bei den Sternenparks.

Fragen und Antworten

Kann man Polarlichter mit dem Handy fotografieren?

Ja. Nachtmodus einschalten, das Handy anlehnen oder auf ein Stativ stellen und 3 bis 10 Sekunden belichten. Aktuelle Handys zeigen dann Farben, die das Auge in Deutschland oft gar nicht wahrnimmt.

Welche Kameraeinstellungen für Polarlichter?

Manueller Modus, Blende ganz offen (f/1,8 bis f/2,8), ISO 1600 bis 3200, Belichtung 5 bis 8 Sekunden bei bewegtem und bis 15 Sekunden bei ruhigem Polarlicht, manueller Fokus auf einen Stern, Weißabgleich fest auf 3500 bis 4000 Kelvin.

Warum sieht das Polarlicht auf Fotos farbiger aus als in echt?

Das Auge schaltet im Dunkeln auf die lichtempfindlichen Stäbchen um, die keine Farben sehen. Der Kamerasensor sammelt dagegen mehrere Sekunden Licht und zeichnet die Farben auf. Schwaches Polarlicht wirkt deshalb für das Auge grau und auf dem Foto grün oder rot.

Welches Objektiv für Polarlichter?

Ein lichtstarkes Weitwinkel mit 14 bis 24 mm Brennweite (Kleinbild) und Blende f/1,8 bis f/2,8. Manuelle Festbrennweiten reichen völlig, weil nachts ohnehin von Hand fokussiert wird.

Ab welchem Kp-Wert lohnt sich das Fotografieren in Deutschland?

An der Küste ab etwa Kp 5 fotografisch, in der Mitte Deutschlands ab Kp 6 bis 7, im Süden ab Kp 7 bis 8, jeweils bei klarem Himmel und freiem Blick nach Norden. Die Kamera zeigt Polarlicht etwa eine Stufe früher als das Auge.

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