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Mond fotografieren: Einstellungen für Handy und Kamera
Der Mond ist ein sonnenbeschienener Felsen: Belichte ihn wie eine Landschaft am Mittag. Fast jedes misslungene Mondfoto ist überbelichtet, ein weißer Fleck ohne Krater. Mit kurzer Belichtungszeit, niedriger ISO und so viel Brennweite wie möglich wird daraus ein Bild mit Meeren, Strahlenkratern und Gebirgen.
Heute: Zunehmender Mond, zu 77 % beleuchtet. Jetzt werfen die Krater an der Licht-Schatten-Grenze lange Schatten: die beste Zeit für Detailfotos. Nächster Vollmond am 26.09. (Erntemond). Mond heute →
Mond fotografieren mit dem Handy
- Den stärksten Zoom wählen, der noch optisch ist (3-fach, 5-fach oder das Periskop-Tele). Digitalzoom darüber hinaus bringt keine Details, nur größere Pixel.
- Auf den Mond tippen und die Belichtung herunterziehen. Beim iPhone das Sonnensymbol neben dem Fokusfeld nach unten schieben, bei Android den Belichtungsregler oder im Pro-Modus ISO 50 bis 100 und 1/250 Sekunde einstellen. Der Himmel wird schwarz, die Mondmeere werden sichtbar.
- Nachtmodus ausschalten. Er belichtet lang und macht aus dem Mond eine weiße Scheibe.
- Auflegen oder aufstützen und mit dem Selbstauslöser auslösen.
- Ehrlich bleiben mit der Erwartung: Ohne Hilfsmittel bleibt der Mond auf dem Handy klein. Formatfüllend wird er erst durch eine Optik davor, und das ist einfacher, als es klingt.
Handy ans Okular: Halte die Handykamera hinter das Okular eines Fernglases, Spektivs oder Teleskops. Freihand ist das Geduldsarbeit; ein Klemmadapter hält das Handy genau in der Achse. Schon ein kleines Teleskop bei 30- bis 50-facher Vergrößerung füllt so das Bild mit Kratern. Statt eines Fotos ein kurzes Video aufnehmen und das schärfste Einzelbild herausziehen: Die Luftunruhe ist in manchen Sekundenbruchteilen still.
Mond fotografieren mit der Kamera
| Mondphase | ISO | Blende | Belichtungszeit |
|---|---|---|---|
| Vollmond | 100 | f/8 | 1/250 s |
| Dreiviertelmond | 100 | f/8 | 1/125 s |
| Halbmond | 100 | f/8 | 1/60 s |
| Schmale Sichel | 200 | f/5,6 | 1/30 s |
| Erdschein (dunkler Teil der Sichel) | 800 | f/4 | 1 bis 2 s |
| Totale Mondfinsternis | 800 bis 1600 | f/4 bis f/5,6 | 1 bis 4 s |
Startwerte für klaren Himmel und hoch stehenden Mond. Nah am Horizont schluckt die Atmosphäre ein bis zwei Blendenstufen; dann die Zeit verdoppeln oder vervierfachen. Über einer Sekunde Belichtung verwischt die Erddrehung den Mond bei langen Brennweiten bereits.
- Modus M, RAW, Spotmessung oder gleich nach Tabelle. Die Mehrfeldmessung sieht vor allem schwarzen Himmel und belichtet viel zu lang.
- Fokus: Autofokus auf den Mondrand funktioniert meist; sonst manuell in der Lupe auf einen Kraterrand scharf stellen. Nicht einfach auf den Anschlag „unendlich“ drehen.
- Stativ, Selbstauslöser 2 Sekunden, Bildstabilisator aus. Bei Spiegelreflexkameras Spiegelvorauslösung.
- Brennweite: Der Mond wird auf dem Sensor etwa ein Hundertzehntel der Brennweite groß. Bei 200 mm sind das 1,8 mm, bei 600 mm 5,5 mm, bei 1.500 mm knapp 14 mm. Ein Kleinbildsensor ist 24 mm hoch.
Wann der Mond am schönsten ist
Nicht bei Vollmond. Dann steht die Sonne über der Mondmitte senkrecht, nichts wirft Schatten, das Bild wirkt flach. Rund um den Halbmond liegt die Licht-Schatten-Grenze mitten auf der Scheibe, und dort werfen Kraterwälle und Berge lange Schatten. Die schönsten Aufnahmen entstehen zwischen dem vierten Tag nach Neumond und dem zehnten.
Der Vollmond gehört an den Horizont. Am Abend vor dem Vollmond geht er kurz vor Sonnenuntergang auf, die Landschaft ist noch hell, und Mond und Vordergrund lassen sich in einer Aufnahme belichten. Mit langer Brennweite aus großer Entfernung wirkt er riesig hinter Kirchturm oder Bergkamm. Aufgangszeiten stehen auf Mond heute, alle Vollmonde des Jahres im Mondkalender 2026.
Nächste Mondfinsternis über Deutschland: 12.01.2028, partiell, 04:46 bis 05:40 Uhr, sichtbar. Bei einer partiellen Finsternis gelten für den hellen Teil die normalen Mondwerte; der Erdschatten bleibt im selben Bild fast schwarz. Wer ihn sichtbar machen will, belichtet eine zweite Aufnahme zwei bis drei Sekunden.
Formatfüllend: drei Wege zu mehr Brennweite
Omegon Smartphone-Adapter 25–48 mm
um 14,90 €- Klemmt das Handy hinter jedes Okular von 25 bis 48 mm Durchmesser: Teleskop, Spektiv, Fernglas
- Hält die Kamera in der Achse; der Bildkreis bleibt rund und scharf
- Der günstigste Weg zu Kratern im Bild, wenn eine Optik vorhanden ist
- Einmal justieren dauert ein paar Minuten, vor allem bei Handys mit mehreren Linsen
Skywatcher Heritage 130P
um 265 €- 650 mm Brennweite, 130 mm Öffnung: mit Handy-Adapter der ganze Mond oder einzelne Kraterlandschaften
- Zeigt auch fürs Auge Saturnringe und Jupitermonde
- Zusammengeschoben 40 cm kurz
- Keine Nachführung: bei hoher Vergrößerung wandert der Mond in einer Minute aus dem Bild, für Fotos reicht das
ZWO Seestar S30
um 479 €- Richtet sich selbst auf den Mond, stellt scharf, belichtet richtig, speichert aufs Handy
- Der ganze Mond im Bild, dazu Sonne mit mitgeliefertem Filter, Nebel und Galaxien
- Kein Vorwissen nötig
- Einzelne Krater bleiben klein: 150 mm Brennweite
- Man schaut aufs Display, nicht durch ein Okular
Preise sind Richtwerte vom 20.09.2026 und können sich geändert haben. Kaufst du über einen Werbelink, erhalten wir eine Provision; für dich ändert sich der Preis nicht. Die Auswahl treffen wir selbst, bezahlte Platzierungen gibt es nicht.
Teleobjektive und Stative für die Kamera ergänzen wir, sobald wir sie mit einem Fotofachhändler verlinken können. Wer eine Systemkamera direkt ans Teleskop schrauben will, braucht einen T2-Ring für das eigene Bajonett; der Heritage 130P ist dafür allerdings zu leicht gebaut, dafür eignet sich der Skymax 127.
Wovon wir abraten
Vom Nachtmodus und von der Automatik. Von Digitalzoom und „100-fach Space Zoom“: Manche Handys rechnen dabei Monddetails ins Bild, die die Kamera gar nicht aufgenommen hat; das sieht gut aus, ist aber kein Foto deines Mondes. Von Aufsteck-Telelinsen für 20 Euro, die vor allem Farbsäume liefern. Und vom Fotografieren durchs geschlossene Fenster: Die Scheibe verdoppelt und verschmiert das Bild.
Zubehör
- Omegon Mondfilter 1,25 Zoll Werbelink, um 19,90 €: Für den Blick durchs Okular, nicht fürs Foto: Er dämpft das Licht, damit der Mond ab Halbmond nicht blendet.
- Skywatcher Skymax 127 AZ-GTi Werbelink, um 775 €: 1.500 mm Brennweite mit Nachführung: Der Mond bleibt im Bild, Videos einzelner Krater werden möglich. Mit T2-Ring auch für die Systemkamera.
Fragen und Antworten
Welche Einstellungen für Mondfotos?
Manueller Modus, ISO 100, Blende f/8, Belichtungszeit 1/250 Sekunde bei Vollmond, 1/60 Sekunde bei Halbmond. Dazu Stativ, Selbstauslöser und möglichst lange Brennweite. Der Mond ist von der Sonne beschienen und so hell wie eine Landschaft am Tag.
Wie fotografiere ich den Mond mit dem Handy?
Optischen Zoom wählen, auf den Mond tippen und die Belichtung deutlich herunterziehen, Nachtmodus ausschalten, das Handy aufstützen. Formatfüllend wird der Mond, wenn du das Handy mit einem Klemmadapter hinter das Okular eines Teleskops, Spektivs oder Fernglases setzt.
Warum ist der Mond auf meinem Foto nur ein weißer Fleck?
Er ist überbelichtet. Die Automatik misst vor allem den schwarzen Himmel und belichtet viel zu lang. Belichtung von Hand verkürzen, bis Mondmeere und Krater sichtbar werden.
Welche Brennweite braucht man für den Mond?
Der Mond wird auf dem Sensor etwa ein Hundertzehntel der Brennweite groß: bei 200 mm knapp 2 mm, bei 600 mm 5,5 mm. Für einen bildfüllenden Mond auf Kleinbild braucht es rund 2.000 mm; ab 400 bis 600 mm lohnt ein Ausschnitt.
Wann ist die beste Zeit, den Mond zu fotografieren?
Für Krater und Gebirge rund um den Halbmond, wenn die Licht-Schatten-Grenze lange Schatten wirft. Für Stimmungsbilder mit Landschaft der Mondaufgang am Abend vor dem Vollmond, wenn der Vordergrund noch Tageslicht hat.
Wie fotografiert man eine Mondfinsternis?
Mit Stativ. Während der partiellen Phase gelten die normalen Mondwerte; in der Totalität ist der Mond rund zehntausendmal dunkler: ISO 800 bis 1600, Blende f/4 bis f/5,6, ein bis vier Sekunden. Bei langer Brennweite nicht länger belichten, sonst verwischt die Erddrehung das Bild.
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